CAPOEIRA IN DER CRCA-GERMANY
Wir gehören zur Grupo Biriba Brasil
Die Fußtritte und Finten fließen so schnell ineinander, das es dem ungeübten Betrachter unmöglich ist zu sehen, wer auf wen reagiert. Die beiden Spieler flechten in rasenden Drehbewegungen scheinbar unmögliche akrobatische Kunststücke ein: Einer dreht sich, auf dem Kopf stehend wie ein Propeller, während der andere ein Rad schlägt, das sich unvermittelt in einen Tritt verwandelt, welcher dem ersten die Beine weggerissen hätte, wenn dieser sich nicht in einer Mischung aus Salto und flic-flac rückwärts überschlagen hätte, nur um, kaum das die Füße den Boden berühren, seinerseits wieder anzugreifen.
Capoeira wird in der Roda gespielt
Musiker, Akteure und Zuschauer bilden einen geschlossenen Kreis von ca. 5m Durchmesser, in dessen Mitte die physische Aktion stattfindet. Der Kampf-Tanz ist eine improvisierte Performance, die sich aus Fußtritten, Ausweichbewegungen und akrobatischen Einlagen zusammen setzt. Im Einklang mit dem Rhythmus einer aufpeitschenden, leicht monotonen Musik entsteht axé, eine Art atmosphärische Spannung und aus der die zwei Spieler im Kreis Kraft schöpfen und die im Idealfall alle Anwesenden in ihren Bann zieht. In der Capoeira sind die beiden Spieler gleichzeitig Partner und Gegner: sie kämpfen gegeneinander und tanzen miteinander zugleich. Beide bewegen sich auf der schmalen Grenze zwischen (Schau)Kampf und Kooperation. Diese fragile Balance erzeugt im Spiel eine nie nachlassende Spannung und macht die Capoeira zu einer permanenten Improvisation auf der schmalen Grenze zwischen Spiel und Kampf.
Quelle: Capoeira o Caminho do Berimbau
Geschichte
Capoeira ist als brasilianische Kampfkunst bekannt geworden, hat jedoch seine Wurzeln in der afrikanischen Kultur.Es ist nicht bewiesen, ob Capoeira erst in Brasilien in den Senzalas(den Sklavenbehausungen) oder bereits in Afrika entwickelt nach Brasilien importiert wurde. Es gibt allerdings eine Tendenz zur ersteren Theorie, welche dadurch gestätzt wird, dass Capoeira nur in Brasilien auftauchte, obwohl afrikanische Sklaven in die ganze Welt transportiert wurden. 1500 landete der portugisische Flottenbefehlshaber Pedro Alvares Cabral an der brasilianischen Küste und erklärte Brasilien zum Besitz des portugisischen Königs. Um aus dem Land möglichst viel wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, waren viele Sklaven nötig, um auf den Kaffe- und Zuckerplantagen des landes günstig zu arbeiten. So kamen über knapp drei Jahrhunderte hinweg über zwei Millionen Sklaven ins Land.
Trotz der Unterdrückung und Not der Sklaven gelang es ihnen ihre kulturelle Identität zu wahren und weiterzugeben.Capoeira kann man so als kulturelles Erbe und Triumph über Unterdrückung und Not verstehen, da es genau zu dieser Zeit entstanden sein muss. Die Entstehung des Begriffes "Capoeira" wird häufig diskutiert. Eine Begriffserklärung stammt aus der Sprache der Tupi, in der es die Begriffe "caa"(niedrig) und "puoera"(Gras) gibt. Aus ihnen soll sich der Begriff Capoeira abgeleitet haben und die Bedeutung "im Gras versteckt" getragen haben. Der Ursprung dieser Herleitung ist bei den Quilombos (Zufluchtsorte im Dschungel) zu finden. Für die Einrichtung dieser Quilombos wurde ein Stück des Urwaldes gerodet und dort soll auch schon Capoeira gespielt worden sein. Also im Untergrund der befreiten Sklaven.
Oft heißt es. Capoeira sei als Tanz getarnt, um vor den Herren der Sklaven die Kampfkunst zu verbergen. Leider war es so, dass auch kulturelle Tänze zu dieser Zeit verboten waren und da es nur sehr wenige Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt, lässt sich nicht genau nachvollziehen, wie und warum sich Capoeira zu einem Kampf im Tanz entwickelt hat. Als sicher gilt nur, dass Capoeira ein Ausdruck der afrikanischen Kultur war, die sich trotz der Unterdrückung der Sklaven im Verborgenen entwickelt hat und bis in die heutige Zeit getragen wurde.
Quelle: http://capoeirarecklinghausen.de
