DIE WETTKAMPFREGELN DER WAKO

 

§ 1 Wettkampfkommandos
1.1 Semikontakt
shake hands: Handgeben zum Beginn eines Kampfes.
Kämpft/fight: kämpft, zu Beginn oder nach Unterbrechung des Kampfes.
Stopp: halt, der Kampf ist sofort zu unterbrechen und darf erst wieder nach der erneuten Aufforderung des Hauptkampfrichters weitergeführt werden.
1.2 Leicht- und Vollkontakt
wie unter 1.1 jedoch zusätzlich
break: trennen, zum erforderlichen Lösen bei Umklammerung. Die Kämpfer müssen sich ohne weitere Schläge oder Tritte auszuführen mit einem Schritt nach hinten voneinander lösen und können danach ohne erneute Aufforderung den Kampf fortsetzen.
§ 2 Die Kampffläche / Der Ring
Alle Kämpfe im Semi- und Leichtkontakt können auf dem Hallenboden, einer Mattenfläche oder einem Boxring ausgetragen werden. Vollkontaktkämpfe nur auf Mattenflächen oder im Ring. Es ist jedoch auf die
aufgeführten Besonderheiten in den verschiedenen Disziplinen und Turnierformen zu achten.
Diese sind wie folgt.
2.1.Semikontakt
1. Alle Meisterschaftskämpfe für Semikontakt können auf Landesebene auf einer Wettkampffläche, die eine Größe von 6 x 6 oder 8 x 8 Metern im Quadrat haben muss, auszutragen werden. Diese muss auf einem Hallenboden mittels sichtbarer Markierung aufgeklebt werden. Es sollten Bodenmatten verwendet werden.
2. Im Kampffeld ist eine Markierung der Ausgangspositionen für die Kämpfer im Abstand von 2 Metern anzubringen.
3. Bei den drei Bundesturnieren müssen Bodenmatten (Puzzlematten) verwendet werden.
4. Es darf auch im Ring gekämpft werden, der die Voraussetzungen im Vollkontakt erfüllen muss.
2.2 Leichtkontakt
1. Alle Meisterschaftskämpfe für Leichtkontakt sind auf einer Mattenkampffläche oder in einem Boxring auszutragen, der den Wettkampfbestimmungen der anerkannten Boxverbände entspricht. Dazu
zählen die drei Bundesturniere und die Landesmeisterschaften.
2. Regionalturniere im Leichtkontakt können auch auf Hallenböden ausgetragen werden.
2.3 Vollkontakt
1. Alle Meisterschaftskämpfe für Vollkontakt sind in einem Boxring auszutragen, der den Wettkampfbestimmungen der anerkannten Boxverbände entspricht.
2. Nachwuchsturniere im Vollkontakt können auch auf Matten ausgetragen werden.
3. Der Ring (4,90 bis 6,10) bzw. die Mattenkampfflächen sollen eine Größe von 6 x 6 m im Quadrat aufweisen.
4. Der Ringboden muss vollständig mit einem elastischen Belag belegt und mit einer Zeltplane bedeckt sein. Der Ringboden muss mit Belag und Abdeckung mindestens 50 cm in jeder Richtung über die Seile
hinausragen.
5. Der Ring muss mindestens 3 umwickelte Seile aufweisen, die straff gespannt, im Abstand von 40, 80 und 130 cm vom Ringboden entfernt und an den Eckflächen befestigt sind. In den Seilecken sind Schutzpolster
erforderlich. Die Seile sind auf jeder Ringseite mit 2 Bändern gegen Verschiebung zu sichern.
6. Zum Ring gehören 2 Sitze, die auch schwenkbar an den Pfosten angebracht sein können.
7. Zur Ringausstattung gehören 2 Eimer und Trinkgefäße.
8. Sitze, Eimer und Trinkgefäße sind während des Kampfes aus dem Ring zu entfernen.
9. Der Kampfrichterreferent hat sich vor jeder Veranstaltung vom ordnungsgemäßen Zustand der gesamten Ringeinrichtung und der Wettkampfmatten zu überzeugen.
10. Am Ring bzw. der Kampffläche müssen ferner zur Verfügung stehen:
Stühle für die Punktrichter, Tische und Stühle für das Kampfge richt wie Zeitnehmer, Protokollführer, Ringsprecher, Sanitätsteam, Arzt und Veranstaltungsleitung. Ebenfalls eine Uhr mit Unterbrechungsfunktion.
Die Punktrichter sitzen voneinander getrennt, jeweils an den Seiten des Ringes. Die Entfernung der Punktrichter zum Publikum muss mindestens 3 m betragen.
§ 3 Kampfkleidung
3.1 Semi- und Leichtkontakt:
1. Die Kämpfer müssen in sauberer und ordentlicher Sportkleidung erscheinen. Farbige Kleidung ist erlaubt. Herren und Damen kämpfen mit einem Oberteil, Viertelarm (T-Shirt oder Trikot). Damen dürfen auch mit einem Top/Bustier kämpfen. (ersatzlos gestrichen 09.06.2005)
2. Als Aufdruck auf die Wettkampfkleidung ist nur der Name des Sportlers, der Vereinsname bzw. das Vereinszeichen sowie der Sponsor erlaubt.
3. Die Kickboxhosen müssen bis auf die Füße reichen und im Bund ein elastisches Hüftband aufweisen.
4. Alternativ dazu kann ein Kick-Box-Anzug mit V - oder Rundausschnitt und 3/4 lange Arme getragen werden.
5. Budogürtel dürfen getragen werden.
6. Kämpfer dürfen nichts tragen, was Verletzungen verursachen könnte; wie z.B. Ringe, Ketten, Uhren, Ohrringe, Piercings etc.
3.2 Vollkontakt
Wie unter 3.1 jedoch mit folgenden Änderungen
1.: Bei den Herren wird mit nacktem Oberkörper gekämpft. Damen müssen mit einem Top oder Bustier kämpfen. (geändert 09.06.2005)
2. Budogürtel sind nicht erlaubt.
§ 4 Altersklassen
1. Die Kämpfer werden in folgende Altersklassen unterteilt:
a) Herren sind alle Sportler, die das 18. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 40 Lebensjahres.
b) Damen sind alle Sportlerinnen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres.
c) Junioren sind alle männlichen Sportler, die das 16. Lebensjahr vollendet und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
d) Jugendliche im Semikontakt sind alle Sportler/Innen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
e) Jugendliche im Leichtkontakt sind alle Sportler/Innen, die das 13. Lebensjahr vollendet und das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
f) Senioren sind diejenigen Sportler/Innen, die das 35. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 50.Lebensjahres. In dieser Altersklasse werden jedoch keine Meisterschaftskämpfe sondern nur
noch Freundschaftskämpfe ausgetragen.
2. Alle Kämpfer unter 18 Jahren dürfen an Turnieren nur mit der schriftlichen Erlaubnis des Erziehungsberechtigten teilnehmen.
In dem Jahr, in dem ein Sportler das 16. bzw. das 18. Lebensjahr erreicht, ist dieser berechtigt noch in der zu Beginn des Jahres begonnenen Altersklasse weiter zu kämpfen. Der Kämpfer kann jedoch auch
in der neuen Altersklasse starten. Er kann jedoch bei einem Turnier nicht in zwei verschiedenen Altersklassen an den Start gehen.
§ 5 Gewichtsklassen
Die Kämpfer kämpfen in verschiedenen Gewichtsklassen. Diese sind wie folgt eingeteilt:
5.1 Semikontakt
Männer und Junioren:
Fliegengewicht bis 57,0 kg Fly-Weight
Leichtgewicht bis 63,0 kg Light-Weight
Weltergewicht bis 69,0 kg Welter-Weight
Halb-Mittelgewicht bis 74,0 kg Light-Middle-Weight
Mittelgewicht bis 79,0 kg Middle-Weight
Halb-Schwergewicht bis 84,0 kg Light-Heavy-Weight
Cruisergewicht bis 89,0 kg Cruiser Weight
Schwergewicht bis 94,0 kg Heavy-Weight
Super-Schwergewicht über 94,0 kg Super-Heavy-Weight
Frauen:
Federgewicht bis 50,0 kg Feather-Weight
Leichtgewicht bis 55,0 kg Light-Weight
Mittelgewicht bis 60,0 kg Middle-Weight
Leicht-Schwergewicht bis 65,0 kg Light-Heavy-Weight
Schwergewicht bis 70,0 kg Heavy-Weight
Super Schwergewicht über 70,0 kg Super Heavy Weight
Männliche und weibliche Jugend (6 – 12 Jahre)
‐28 kg; ‐32 kg, ‐37 kg, ‐42 kg, ‐47 kg, + 47 kg
Männliche Jugend (13 – 16 Jahre)
‐42 kg, ‐47, kg, ‐52 kg, ‐57 kg, ‐63 kg, ‐69 kg, +69 kg
Weibliche Jugend (13 – 16 Jahre)
‐42 kg, ‐46, kg, ‐50 kg, ‐55 kg, ‐60 kg, ‐65 kg, +65 kg
(geändert am 18.11.2011)
5.2 Leichtkontakt:
Herren, Damen und Junioren wie unter 5.1.
Jugend ab 13 – 16 Jahre männlich
-37, -42, -47, -52, -57, -63, -69, -74, +74 kg
Jugend ab 13 -16 Jahre weiblich
-40, -45, -50, -55, -60, -65, +65 kg (geändert am 19.05.2007)
5.3 Vollkontakt:
Männer und Junioren:
Fliegengewicht bis 51,0 kg Fly-Weight
Bantamgewicht bis 54,0 kg Bantam-Weight
Federgewicht bis 57,0 kg Feather-Weight
Leichtgewicht bis 60,0 kg Light-Weight
Halb-Weltergewicht bis 63,5 kg Light-Welter-Weight
Weltergewicht bis 67,0 kg Welter-Weight
Halb-Mittelgewicht bis 71,0 kg Light-Middle-Weight
Mittelgewicht bis 75,0 kg Middle-Weight
Halb-Schwergewicht bis 81,0 kg Light-Heavy-Weight
Cruisergewicht bis 86,0 kg Cruiser-Weight
Schwergewicht bis 91,0 kg Heavy-Weight
Super-Schwergewicht über 91,0 kg Super-Heavy-Weight
Frauen:
Bantamgewicht bis 48,0 kg Bantam-Weight
Federgewicht bis 52,0 kg Feather-Weight
Leichtgewicht bis 56,0 kg Light-Weight
Mittelgewicht bis 60,0 kg Middle-Weight
Leicht-Schwergewicht bis 65,0 kg Light-Heavy-Weight
Schwergewicht bis 70,0 kg Heavy-Weight
Super Schwergewicht über 70,0 kg Super Heavy Weight
§ 6 Kampftechniken
Folgende Techniken dürfen im Kampf angewendet werden:
6.1.Handtechniken
6.1.1 Vollkontakt
Jab Faustschlag mit vorderer Hand
Punch Faustschlag mit hinterer Hand
Hook Haken
6.1.2 Leichtkontakt
wie unter 6.1.1 jedoch zusätzlich
Backfist Faustrückenschlag
6.1.3. Semikontakt
wie unter 6.1.2 jedoch zusätzlich
Ridgehand Innen - und Außenhandkante
6.2. Fußtechniken
Frontkick Vorwärtstritt
Sidekick Seitentritt
Roundhousekick: Halbkreistritt mit dem Fußspann oder dem Fußballen
Hookkick Hakentritt mit der Ferse oder dem Ballen
Crescentkick Kreistritt mit Innen-/Außen-Fußkante
Axekick Axttritt
Jumpkick Sprungtritt
Footsweep Fußfeger (in jeder Form, nur in Höhe des Knöchels, Trefferfläche ist der Fußschutz)
1. Hand- und Fußtechniken müssen über die gesamte Kampfzeit ausgewogen angewendet werden, wobei Fußtechniken nur anerkannt werden, wenn sie die Absicht erkennen lassen den Gegner zu treffen.
2. Kämpft ein Kämpfer fast ausschließlich nur mit Hand- oder nur mit Fußtechniken, so muss er ermahnt und im Wiederholungsfall mit Minuspunkten bestraft werden.
§ 7 Kampfzeit
7.1.Semikontakt
a) Die Kampfzeit sollte in Vorkämpfen und Finale 3 x 2 Minuten betragen. Es kann jedoch bei Turnieren mit hoher Starterzahl auch 2 x 2 Minuten gekämpft werden um einen reibungslosen Turnierablauf zu
gewährleisten. Dies ist zu Beginn der Veranstaltung den Teilnehmern mitzuteilen. (geändert 19.04.2005)
b) Bei Einzel- oder Mannschaftskämpfen kann die Rundenzahl je nach Vereinbarung 3 x 2 Minuten oder 5 x 2 Minuten betragen.
c) Die Zeit wird nur unterbrochen beim "Zeit aus" Zeichen des Hauptkampfrichters.
d) Bei Verletzungen darf die Zeit nur solange unterbrochen werden, bis festgestellt wird, wie schwer die Art der Verletzung ist bzw. ob der Kampf sofort weitergeführt werden kann oder ob abgebrochen werden
muss.
e) Eine Behandlung kann nur in der Kampfpause - die eine Minute beträgt - oder nach dem Kampf vorgenommen werden.
f) Die Unterbrechung darf 30 Sekunden nicht überschreiten.
g) Ausnahme: Zeigt ein Kämpfer nach einem groben Faul des Gegners seine Kampfbereitschaft und kann jedoch nach Auffassung des Hauptkampfrichters nicht sofort ohne Einschränkung weiterkämpfen kann der Hauptkampfrichter ihm eine Pause bis zu einer Minute gewähren.
h) Ist eine Behandlung erforderlich, so muss der Kampf beendet werden.
i) Endet der Kampf bei einem Turnier nach Ablauf der Zeit unentschieden, so wird er nach 30 Sekunden Pause um 1 Minute verlängert. Ist das Ergebnis nach dieser Verlängerung immer noch unentschieden, so
wird der Kampf sofort fortgesetzt bis einer der Kämpfer eine klare Wertung erzielt. Die Wertung muss von allen drei/fünf (eingefügt am 12.02.2004) Kampfrichtern gesehen werden. Sieger ist der Kämpfer mit
der ersten Wertung.
7.2 Leichtkontakt:
Wie unter 7.1 jedoch Änderung der Punkte c und i
c) Die Zeit wird nur unterbrochen bei dem Kommando Stop des Hauptkampfrichters.
i) Bei Punktgleichheit hat sich der Punktrichter nach den in § 8 Punkt 8.2.-1a-f der Wettkampfregeln angegebenen Richtlinien für einen Kämpfer zu entscheiden und dies zu dokumentieren.
7.3 Vollkontakt:
Wie unter 7.2 jedoch Änderung des Punkts a.
a) Die Kampfzeit beträgt immer 3 x 2 Minuten.
§ 8 Wertungen
8.1. Semikontakt
1. Jede saubere Technik, die ein erlaubtes Ziel erreicht und mit leichtem Kontakt trifft, wird je nach Schwierigkeitsgrad mit folgenden Trefferpunkten bewertet:
1 Punkt für erlaubte Handtechniken aller Art zum Kopf oder Körper
1 Punkt für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Körper
1 Punkt für Fußfeger (klares Brechen des Gleichgewichts, Gegner geht zu Boden)
2 Punkte für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Kopf
2 Punkte für Fußfeger mit sofortiger Folgetechnik
2 Punkte für erlaubte Sprungfußtritte zum Körper
3 Punkte für erlaubte gesprungene Fußtechniken aller Art zum Kopf
2. Nach jedem erkannten Treffer wird der Kampf gestoppt und die Wertung bekannt gegeben.
3. Sollten zwei Kampfrichter zwar die gleiche Technik gesehen haben, aber der eine zum Körper und der andere zum Kopf, wird die niedrigere Wertung gegeben. Haben sie unterschiedliche Techniken gesehen gibt es keine Wertung.
8.2 Leicht- und Vollkontakt
1. Jede Runde ist durch jeden Punktrichter einzeln zu bewerten. Die Bewertungen einer Runde soll erfolgen:
Nach der Anzahl der tatsächlichen Treffer. Außerdem kann nach jeder Runde ein Hilfspunkt für die bessere Technik und Taktik vergeben werden, der sich nach folgenden Kriterien zusammensetzt:
a) Wirksamkeit der Angriffe
b) Kombinationsfähigkeit
c) Sauberkeit des Kampfstils
d) Wirksamkeit der Verteidigung
e) Ausgeglichenheit von Hand- und Fußtechniken
f) Gesamteindruck der sportlichen Leistung
2. Jede Runde muss mit mechanischen Zählern oder dem OSS der BAKU siehe Anhang IV (geändert 01.07.2007) einzeln bewertet werden. Am Ende jeder Runde werden die Trefferpunkte in den Punktezettel eingetragen. Am Ende des Kampfes werden die Trefferpunkte addiert. Sieger ist der Kämpfer, welcher am Ende die höhere Punktezahl hat.
3. Kriterien für Ermahnungen und Minuspunkte, welche nur dem Hauptkampfrichter vorbehalten sind:
a) zu harter Kontakt (nur im Leichtkontakt)
b) unsauberer Kampfstil / unsaubere Techniken
c) ständiges Klammern
d) ständiges und wiederholtes Abducken
e) zu wenig Fuß- oder Handtechniken
f) unerlaubte Techniken
g) grobe Unsportlichkeit
h) Mattenflucht
4. Erhält ein Kämpfer einen Minuspunkt, so haben die Kampfrichter auf ihren Punktezetteln 3 Trefferpunkte abzuziehen.
5. Jeder Nahkampf ist ohne Berücksichtigung von Einzeltreffern nach seinem Gesamteindruck zu bewerten, falls Einzeltreffer nicht mehr erkennbar sind. Um den besseren Nahkämpfer nicht zu benachteiligen, soll der Ringrichter einen sich entwickelnden Nahkampf nicht behindern
oder vorzeitig unterbinden.
6. Bei Turnieren muss bei Punktgleichheit ein Sieger ermittelt werden. Es ist demjenigen der Sieg zu geben, der vom sportlichen Gesichtspunkt die überwiegend bessere Technik und Taktik oder die bessere
Verteidigung gezeigt hat (nach den Kriterien 8.2 - 1a-f).
7. Jede saubere Technik, die ein erlaubtes Ziel erreicht, wird je nach Schwierigkeitsgrad mit folgenden Trefferpunkten bewertet:
1 Punkt für erlaubte Handtechniken aller Art zum Kopf oder Körper
1 Punkt für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Körper
1 Punkt für saubere Fußfeger (klares brechen des Gleichgewichts)
2 Punkte für erlaubte Fußtechnikenaller Art zum Kopf
2 Punkte für Fußfeger mit sofortiger Folgetechnik
2 Punkte für erlaubte Sprungfußtritte zum Körper
3 Punkte für erlaubte gesprungene Fußtechniken aller Art zum Kopf
8. Eine weitere Möglichkeit zu punkten ist das Auswerten mit dem Computersystem der AIBA (Amateur-Weltbox-Verband) oder dem OSS (Online Scoring System siehe Anhang IV) der BAKU e.V. (geändert
01.05.2007).
§ 9 Entscheidungen
Folgende Entscheidungen können einen Kampf beenden:
1. Sieg durch Niederschlag = K.o. (nur im Vollkontakt)
Ein Sieg durch K.o. wird verkündet, wenn einer der Kämpfer mindestens 10 Sekunden kampfunfähig ist, sei es, dass er/sie am Boden liegt, auf dem Boden kniet, in den Seilen hängt, sich außerhalb des Ringes
befindet oder verteidigungsunfähig ist. Diese Entscheidung erfolgt auch bei einem schweren Niederschlag, wenn das "Aus" des Ringrichters bereits nach der Zahl "1" erfolgt und eine sofortige Unterbrechung oder
Behandlung notwendig ist. Nach dreimaligem Anzählen durch erlaubte Kopf- oder Körpertreffer im
Verlauf eines Kampfes ist der Kampf zum Schutze des Kämpfers abzubrechen.
2. Sieg durch Aufgabe eines Kampfes:
Der Kampf kann durch einen Kämpfer oder seinen Betreuer aufgegeben werden. Der Kämpfer muss in diesem Fall einen Arm gestreckt hochheben und den Boden mit einem Knie berühren. Nach Unterbrechung durch den Hauptkampfrichter teilt der Kämpfer diesem seine Aufgabe mit. Sein Gegner wird zum Sieger durch Aufgabe.
3.a) Sieg durch Abbruch wegen technischer Überlegenheit (nur Semikontakt):
Ein Kampf kann durch Abbruch beendet werden wegen sportlicher Unterlegenheit. Der Sieg durch Abbruch wird durch den Hauptkampfrichter dann ausgesprochen, wenn der Trefferunterschied 10 Wertungspunkte beträgt. Die Entscheidung des Kampfes heißt: "Abbruch wegen technischer Überlegenheit". Dies gilt nicht für Turniere bei denen die Treffer zur Berechnung einer Rangliste (z.B. Ranglistenturniere) benötigt werden.
3.b) Sieg durch Abbruch eins Kampfes (nur Leicht- und Vollkontakt):
Ein Kampf kann durch Abbruch beendet werden wegen Kampf- oder Verteidigungsunfähigkeit oder sportlicher Unterlegenheit. Der Sieg durch Abbruch wird durch den Ringrichter bestimmt. Die Entscheidung des Kampfes heißt: Sieger durch "RSC = Referee Stopps contest".
4. Abbruch wegen Verletzung:
Muss ein Kampf wegen Verletzung eines Kämpfers abgebrochen werden, so muss vom Hauptkampfrichter und den Seitenkampfrichtern festgestellt werden:
a) wer die Verletzung verursacht hat.
b) ob die Verletzung absichtlich oder unabsichtlich verursacht wurde.
c) ob die Verletzung durch erlaubte oder unerlaubte Techniken verursacht wurde.
d) ob ein Verschulden des Gegners vorliegt durch eine verbotene Technik.
In diesem Fall ist der Betreffende zu disqualifizieren und der Verletzte zum Sieger zu erklären = Sieg durch Disqualifikation des Gegners.
e) ob es sich um eine Eigenverletzung handelt. In diesem Fall ist der Unverletzte zum Sieger zu erklären.
f) Ist eine Verletzung nicht absichtlich und nicht durch eine unerlaubte oder verbotene Technik (geändert 01.05.2007) verursacht worden und kann der Verletzte den Kampf nicht sofort
weiterführen, so muss der Kämpfer zum Sieger erklärt werden, welcher bis zu diesem Zeitpunkt nach Wertungspunkten vorn liegt. Voraussetzung dafür ist, dass der Sanitätsdienst eine Verletzung
feststellt. Stellt der Sanitätsdienst keine Verletzung fest, so ist der Unverletzte zum Sieger zu erklären.
g) Erfolgt die Verletzung in der ersten Runde, ist diese auszuwerten. Sind in der ersten Runde keine Wertungspunkte durch Trefferpunkte erfolgt, so siegt der Unverletzte. Die Regelung f und g gilt nur für Einzel-, Freundschaftskämpfe, Gala's usw. und Finalkämpfe. Bei Vorkämpfen siegt der Unverletzte
nur dann, wenn die Verletzung nicht durch eine verbotene oder unerlaubte Technik verursacht wurde, um den Turnierablauf zu gewährleisten. Ansonsten wird der Verursacher Dis qualifiziert und der nächste Gegner des verletzten Kämpfers kommt durch ein Freilos weiter (geändert 01.05.2007).
h) Nasenbluten: Kann eine starke Blutung nach mehrmaligem Versuch nicht gestoppt werden, ist der Ringarzt/das Sanitätsteam zu befragen ob der Kampf abgebrochen werden muss. Der Unverletzte wird zum Sieger erklärt, außer die Verletzung wurde durch eine Regelwidrigkeit herbeigeführt. Dann ist wie
unter Punkt 9.4. a-f der Wettkampfregeln zu verfahren.
5.a) Sieg durch Punktwertung im Semikontakt:
Sieger eines Kampfes wird der Kämpfer, der am Ende der Kampfzeit nach Wertungspunkten vorne liegt.
5.b) Sieg durch Punktwertung im Leicht- und Vollkontakt:
Sieger eines Kampfes wird der Kämpfer, für den sich die Mehrheit der Punktrichter entscheidet.
Beispiel: Liegt bei 2 Punktrichtern die blaue Ecke vorne, und ein Punktrichter sieht die rote Ecke vorne, so ist blau der Sieger mit 2:1 Punktrichterstimmen. Werten zwei Punktrichter unentschieden, und ein Punktrichter sieht blau oder rot vorne, so endet der Kampf mit 2:1 Stimmen unentschieden
(jedoch nur bei Freundschafts- oder Mannschaftskämpfen). Bei Turnieren darf nicht unentschieden gewertet werden.
6. Sieg durch Disqualifikation des Gegners:
Nach dreimaliger Verwarnung, d.h. beim 3. Minuspunkt, ist der Kampf abzubrechen. Der Gegner wird zum Sieger durch Disqualifikation. In schwerwiegenden Fällen kann der Hauptkampfrichter eine Disqualifikation
auch aussprechen, ohne dass vorher eine Verwarnung erfolgt ist. Zum Beispiel:
a) bei extrem hartem Kontakt (außer im Vollkontakt)
b) bei exzessivem Nachschlagen nach dem Kommandos "Stopp"/"Break" oder nach den Rundenenden.
c) bei Verlassen des Ringes, wenn der Kämpfer nicht bis "9" wieder kampfbereit im Ring steht.
d) bei grob unsportlichem Verhalten eines Kämpfers wie Beleidigung des Ringrichters, Gegners oder Publikums bzw. aggressivem Verhalten etc.
e.) bei absichtlicher Ausführung verbotener Techniken.
7. Unentschieden:
Ein Unentschieden darf im Turnier nicht gegeben werden. Es darf nur bei Einzel-, Freundschafts- oder Mannschaftskämpfen erfolgen.
8. Sieg durch Nichtantreten
Sieger durch Nichtantreten wird der Kämpfer, dessen Gegner wegen Verletzung oder aus anderen Gründen zu einem Kampf nicht antritt.
9. Abbruch ohne Entscheidung
Ein Kampf ist ohne Entscheidung abzubrechen, wenn er nicht mehr den Regeln entsprechend weitergeführt werden kann. Der Hauptkampfrichter ist dazu berechtigt, infolge höherer Gewalt, Ausfall der Ringbeleuchtung, schadhaften Rings und gewaltsamen Störungen.
§ 10 Betreuer
1. Jeder Kämpfer darf maximal 2 Betreuer in seiner Ecke haben. Er muss mindestens einen Betreuer, der für ihn verantwortlich ist, in seiner Ecke haben.
2. Der Kämpfer muss für seinen Betreuer selbst sorgen.
3. Die Betreuer müssen an der Kampffläche sitzen (nur Semi- und Leichtkontakt).
4. Der Betreuer ist berechtigt, seinen Kämpfer in der Pause zu beraten und zu betreuen. Er darf den Kampf aufgeben.
5. Dem Betreuer ist es nicht gestattet, seinen Kämpfer während des Kampfes durch laute Zurufe anzufeuern. Er darf ihn nur durch Weisungen unterstützen.
6. Betreuer haben bei der Betreuung der Kämpfer alles zu unterlassen, was das Kampfgericht, die gegnerische Seite oder andere beleidigen und belästigen könnte.
7. Betreuer werden bei unsportlichem Verhalten von der Kampffläche oder aus der Halle verwiesen. In diesem Fall hat ein anderer Betreuer des Kämpfers den Platz einzunehmen.
8. Bei Nichtbeachtung der Anordnungen durch den Hauptkampfrichter kann als äußerste Konsequenz auch der Kämpfer eines Betreuers mit Minuspunkten bestraft oder disqualifiziert werden.
9. Ist eine Ausfälligkeit von Seiten des Betreuers zu beobachten, so verbleibt es der Turnierleitung dem betreffenden Verein nach Rücksprache mit dem Kampfgericht eine Geldstrafe in Höhe von 100.-
EURO aufzuerlegen, die zweckgebunden zur Kampfrichterausbildung eingesetzt werden muss. Bei Nicht-Begleichung der auferlegten Strafe wird ein Turnierstartverbot für die folgenden 5 Turniere auferlegt. Weiterführende Maßnahmen behält sich das Präsidium vor.
§ 11 Proteste
1. Die endgültigen Entscheidungen des Kampfgerichts sind unanfechtbar.
2. Proteste gegen Urteile des Kampfgerichts können nur akzeptiert werden, wenn die Wettkampfbestimmungen nicht richtig angewendet worden sind.
3. Einsprüche über Regelverstöße gegen die Wettkampfbestimmungen müssen unmittelbar nach Regelverstoß mündlich und danach schriftlich eingereicht werden.
4. Der Einspruch muss grundsätzlich mit der Angabe des Regelverstoßes begründet werden.
5. Eine Entscheidung über einen Protest muss vom gesamten Kampfgericht bestehend aus Kampfrichterreferent, Kampfflächenleiter, Hauptkampfrichter und Seitenkampfrichter gefällt werden.
6. Zweifelhafte Fälle, die nicht in den Wettkampfbestimmungen geregelt sind, sollen nach freiem Ermessen und sportlicher Fairness getroffen werden.
7. Ergeben sich Auslegungsschwierigkeiten in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Kampf oder während eines Kampfes, so wird eine notwendige Entscheidung durch den Hauptkampfrichter bzw. Kampfrichterreferenten getroffen.
8. Bei einem Protest gegen Punktewertungen ist dieser schriftlich mit Hinterlegung einer Kaution von 50 EURO einzureichen. Danach kann einem Betreuer erlaubt werden mit dem Hauptkampfrichter oder dem
Präsidium die Wertungen einzusehen. Ist der Protest unbegründet, verfällt die Kaution zu Gunsten des Verbandes.
9. In allen hier nicht aufgeführten Streitfällen entscheiden die Präsidien der jeweiligen Landesverbände. (Bei Bundesturnieren entscheidet das Präsidium der WAKO-Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem
Bundeskampfrichterreferenten).
§ 12 Der Veranstalter
Der Veranstalter von Turnieren der WAKO Deutschland e. V. muss folgende Punkte beachten.
1. Er hat die Punkte der Checkliste zu erfüllen.
2. Er hat die Halle so herzurichten, dass ein einwandfreier Turnierablauf gewährleistet ist.
3. Er muss die Mattenkampfflächen und den Ring besorgen und rechtzeitig zu Turnierbeginn aufgebaut haben.
5. Er muss für die Tischbesetzung und Ordner sorgen. Diese müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
6. Er hat den Wettkampfraum abzugrenzen und dafür zu sorgen, dass sich niemand außer den Offiziellen, Kampfrichtern, Kämpfern und Betreuern darin aufhält.
7. Er hat für Stromanschlüsse am Tisch der Wettkampfleitung zu sorgen.
Quelle: Webseite des WAKO Deutschland